Das Wunder von Taipeh

Eine erste Fußballweltmeisterschaft der Frauen fand 1981 in Taipeh, Taiwan, statt - damals noch unter der Bezeichnung Women’s World Invitation Tournament. Bis 1970 war Frauenfußball in Deutschland offiziell verboten und in der Zeit danach vom DFB eher geduldet als gefördert. Da die Gründung einer Frauennationalmannschaft für den DFB nicht von Interesse war, wurden ersatzweise die Rekordmeisterinnen der SSG 09 Bergisch Gladbach nach Taiwan geschickt. Entstanden aus einer Kölner Thekenmannschaft, spielten die Fußballerinnen in Taipeh das Turnier ihres Lebens – und gewannen den Weltmeistertitel.

In der Dokumentation von John David Seidler erzählen die damaligen Spielerinnen anekdotenreich und mit viel Humor von den heute absurd anmutenden Bedingungen, unter denen sie für ihren großen Traum kämpften: von Ignoranz, Widerständen und chauvinistischem Gebaren in der Männerdomäne Fußball. Ohne jede Unterstützung des DFB spielten sie vor hunderttausenden begeisterten Zuschauern in den WM-Stadien. Ein Stück Fußball- und Zeitgeschichte, über viel mehr als sportlichen Erfolg – ein Film über Gleichberechtigung und Anerkennung.

D 2019, Regie: John David Seidler, 85 Min.


So. 1.3. + Mo. 2.3. / 17:30

Di. 3.3. / 17:30 * Special Screening in Anwesenheit von Regisseur John David Seidler und Weltmeisterin & Torhüterin Hannelore Geilen

Mi. 4.3. / 20:00


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Zum Weiterlesen:

„Für diese Dokumentation gab es bei der Premiere auf den Hofer Filmtagen Standing Ovations, Jubelrufe und außergewöhnlich langanhaltenden Applaus. John David Seidler, seit Jahren als Dokumentarfilmer mit Schwerpunkt Fußball tätig, hat eine Geschichte ausgegraben, die selbst Wikipedia nicht kennt.“ (Bayerischer Rundfunk / BR24)

„Die ehemaligen Spielerinnen, die zum Teil noch in einer illegalen Thekenmannschaft auf einem Aschenplatz in Köln-Dellbrück begannen, erzählen im Film von den heute absurd anmutenden Bedingungen, unter denen sie für ihren großen Traum vom Fußball kämpften, gegen alle Widerstände und mit einer gehörigen Portion Humor.“ (Kino-Zeit)


Alkohol – Der globale Rausch

Nach seinem Film „Das System Milch“ befasst sich Andreas Pichler dieses Mal dokumentarisch mit dem Thema Alkohol: Kaum eine Substanz hat es geschafft, sich so selbstverständlich und weltweit als Teil unseres täglichen Lebens zu etablieren. Dabei sind die Folgen bei regelmäßigem Alkoholkonsum verheerend. Weltweit sind 140 Millionen Menschen abhängig von Alkohol, Tendenz steigend. Allein in Deutschland trinkt jede Person im Schnitt ganze 10 Liter reinen Alkohol pro Jahr – in etwa 25 Liter Whiskey. Weltweit führen die Folgen des Alkoholkonsums jährlich zu Millionen Todesopfern. Gleichwohl verschließen alle weiter die Augen vor den besorgniserregenden und wissenschaftlich erwiesenen Fakten. Wie kann es sein, dass Alkohol nach wie vor nicht als Droge gilt? Welche Rolle spielen Politik und Wirtschaft? Dabei geht es Pichler nicht darum, mahnend den Zeigefinger zu heben, sondern viel mehr die Sicht auf den „Alkoholgenuss“ zu hinterfragen.

D/I 2020, Regie: Andreas Pichler, 89 Min., teilw. OmU; in Kooperation mit der Suchtprävention des Landesinstituts für Schule Bremen


So. 1.3., Mo. 2.3. + Mi. 4.3. / 20:30

Di. 3.3. / 20:00 * mit Gästen:
Eva Carneiro-Alves (Bremische Landesstelle für Suchtfragen)
Jonny Jakubowski (Arbeitskreis Alkohol, Zusammenschluss der Selbsthilfegruppen des Landes Bremen)
Martin Kehl (Suchtprävention des Landesinstituts für Schule Bremen)


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Zum Weiterlesen:

„Alkohol erfüllt eigentlich alle drei Kriterien, die auch für Kokain oder andere Drogen gelten: Er betäubt unsere Sinne, er macht uns langfristig krank und es steckt ein Riesenbusiness dahinter. Sind die wunderbaren Südtiroler Weinberge nicht eigentlich dasselbe wie die kolumbianischen Kokafelder? Bloß eben alles ganz legal?“ Ulf Kalkreuth, MDR KULTUR, 9.1.2020

„Ein weltumspannender Dokumentarfilm, der der Frage nachgeht, warum wir dem Alkohol so verfallen sind. Andreas Pichler lässt die eigene Winzer-Familiengeschichte hinter sich, um festzustellen, dass Alkohol eine gefährliche Droge ist… Jedes Jahr sterben drei Millionen Menschen weltweit an den Folgen des Alkoholkonsums – alle 10 Sekunden ein Mensch. Das sind mehr als durch Verbrechen, Verkehrsunfälle und illegale Drogen zusammen." Ulrich Sonnenschein, epd-film.de, 14.01.2020


Freies Land

Nachwendezeit 1992: Ein ehemaliger DDR-Polizist und ein westdeutscher Beamter werden in die ostdeutsche Provinz geschickt. Sie sollen aufklären, ob es sich bei dem geheimnisvollen Verschwinden zweier Schwestern um ein Verbrechen handelt. Doch Bach und Stein scheinen in dem kleinen Ort die einzigen zu sein, die sich für die vermissten Schwestern interessieren. Die Dorfbewohner sind sich einig: Die hätten bloß rübergemacht, nach Westdeutschland! Auch nachdem zwei schwer misshandelte Leichen in einem Flussbett entdeckt werden, will niemand etwas sagen. Die Ermittler entdecken ein eng gestricktes Netzwerk aus Verschwörungen, Lügen und Schweigen, was die Suche nach dem Täter immer komplizierter gestaltet.

D 2019, Regie: Christian Alvart, mit Trystan Pütter, Felix Kramer, Nora von Waldstetten, 129 Min.


Sa. 14.3., So. 15.3., Do. 19.3., Do. 26.3. + Fr. 27.3. / 20:30

So. 29.3. / 20:00


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Zum Weiterlesen:

„Der Film vom deutschen Genrespezialisten Christian Alvart ("Dogs of Berlin") ist ein Remake des spanischen Thrillers "Mörderland" (La Isla Mínima), der von den Nachwirkungen der Franco-Diktatur handelte. Alvart überträgt den Plot geschickt auf die Nachwende-Zeit, in der das Alte noch nicht vergangen ist und das Neue noch nicht begonnen hat – ein unheimliches, gesetzloses Zwischenreich.“ Knut Elstermann auf www.mdr.de/kultur

„30 Jahre nach dem Mauerfall sind nicht nur die DDR-Dramen differenzierter geworden; auch die Nachwendezeit wird nun als Film-Thema entdeckt. Da geht es um ehemalige Stasi-Leute, die weiter mauscheln; die Treuhand, die bei der Privatisierung der Staatsbetriebe viel falsch macht; den aufkeimenden Nationalismus, der das entstandene Vakuum füllt.“ Walli Müller auf www.ndr.de/kultur

„[…] Die intensive Atmosphäre dieses Films ist nicht zuletzt der hervorragenden Kameraarbeit Alvarts geschuldet. […] Dieser Genrefilm nimmt einen emotional gefangen, indem er die seelische Brachlandschaft nach dem historisch-gesellschaftlichen Umbruch im Osten Deutschlands gekonnt mit fiktional-fabulierender Geste in Schwingung versetzt.“ Bianka Piringer auf www.kino-zeit.de


The Royal Train

Eine Geschichte wie aus einer vergangenen Zeit: Obwohl das Königreich Rumänien schon seit mehr als 70 Jahren nicht mehr existiert - nach der erzwungenen Abdankung König Mihais 1947 - scheint die Idee einer Monarchie immer noch Anklang zu finden. Prinzessin Margareta von Rumänien verfolgt seit Jahren einen sehr ernsthaften Kampf darum, ihrem Haus wieder den „rechtmäßigen“ Platz an der Spitze des Staates zu verschaffen. Der „Königliche Zug“ spielt dabei eine wesentliche Rolle. Nach historischem Vorbild fährt Margareta mit ihrer Entourage im Salonwagen durch das Land und wird von Menschen gefeiert, für die das Königshaus ein bedeutender Identitätsfaktor ist. Regisseur Johannes Hirschhausen, den zufällig auch eine entfernte Verwandtschaft mit der Prinzessin verbindet, dokumentiert die bizarr wirkende Werbe-Tour der „Hüterin der Krone“ durch Rumänien.

A/RUM 2019, Regie: Johannes Holzhausen, 92 Min., rum. OmU


Do. 19.3. + Mo. 23.3. + Mi. 25.3. + Do. 26.3. / 18:00

Sa. 21.3. + So. 22.3. / 20:30

So. 22.3. / 11:00 * Matinee

Di. 24.3. / 20:00


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Zum Weiterlesen:

[…] Holzhausen zeigt mit Augenzwinkern einerseits, wie leer die monarchischen Rituale in einer Zeit wirken, welche das Königstum abgeschafft hat und porträtiert zugleich die Entwicklung eines osteuropäischen Staates auf der Suche nach Identität. (APA)

[…] Bei dieser großen Komödie genügt es Holzhausen, einfach ein Beobachter zu bleiben. Auch so gelingen Bilder, an denen Wes Anderson seine helle Freude hätte. […] (Der Standard)

The Royal Train ist eine Allegorie der Macht, ein Bilderbogen, der den Wegen einer in der Schweiz geborenen, in England ausgebildeten Frau folgt, die sich mit eiserner Disziplin als rumänische Kronprinzessin präsentiert. (…) Zu [Johannes Holzhausen] künstlerischen Tugenden zählen die Geduld, mit der er sich dem Geschehen zuwendet, und die Empathie, die er noch für die schrulligsten Figuren aufbringt, deren Lebensstrategien er erkundet, aber nie denunziert. Deswegen gelingt es ihm, uns für vermeintlich ephemere Themen und absonderliche Gestalten zu interessieren: Das große Welttheater, es wird überall gespielt, man muss die Fähigkeit haben, es zu bemerken.

Karl-Markus Gauß (Die Presse)


Brot

Herrlicher Duft und Geschmack, schöne Erinnerungen. Wir lieben Brot. Kein anderes Grundnahrungsmittel hat so viele Bedeutungsebenen wie Brot. Im Ausland vermissen wir unser heimisches Backwerk, in gesellschaftlichen und kulturellen Codes kann Brot sowohl für Hunger als auch Heimat, Ursprung und Natürlichkeit stehen – kurzum, die Geschichte des Brots ist auch die Geschichte der menschlichen Zivilisation. Doch der Schein trügt, längst ist das Grundnahrungsmittel in der Realität ein Produkt der industriellen Lebensmittelindustrie. Aufbackware und Backmischungen großer Konzerne für billige Preis stehen in direkter Konkurrenz mit der alten Kunst des Backens. Harald Friedl dokumentiert in sechs verschiedenen Ländern, darunter Österreich, Deutschland, Belgien, Frankreich und den USA, den Kampf vieler engagierter kleiner Bäcker*innen und fühlt der Brotindustrie auf den Zahn: Was essen wir da wirklich jeden Tag? Und was genau ist eigentlich gutes Brot?

Schönes neues Brot – A/D 2019, Buch & Regie: Harald Friedl, 94 Min.


Do. 26.3. / 20:00

Fr. 27.3. - So. 29.3. + Mi. 1.4. / 18:00


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Zum Weiterlesen:

„Einstmals wurden die Gefangenen in Kerkerhaft nur von Wasser und Brot ernährt, was auf Dauer sicherlich eine etwas langweilige Ernährung war, aber doch auch zeigt, wie nahrhaft ein Lebensmittel ist, das oft kaum mehr als Beilage oder Basis für allerlei Aufstriche ist. Die Rede ist vom Brot, einem der beliebtesten Produkte der europäischen Küchen. Besonders in Deutschland, wo 2014 das Deutsche Brot mit seinen über 3000 verschiedenen Varianten in den Status eines Unesco-Weltkulturerbes erhoben wurde.“ Michael Meyns, www.programmkino.de