Kommende Gäste & Specials

R/F/D/CH 2020, Regie: Kirill Serebrennikov, 145 Min., OmU

Di. 31.1. / 20:00mit Einführung: Johanna Schlockwerder, CITY 46

Während im postsowjetischen Russland die klirrende Winterkälte in jede Ritze dringt, kämpft die dreiköpfige Familie des Klempners Petrov mit einer hartnäckigen Grippe. Ihr Alltag vermischt sich mit wirren Fieberträumen. Die dunklen Tage verlaufen in einem Delirium voller Halluzinationen, in denen Wirklichkeit und Traum mit Kindheitserinnerungen verschmelzen, was einen schon mal verrückt machen kann. Trotz allem geht ihr Leben weiter. Petrov verarbeitet Alltagssituationen in seinen kleinen japanischen Comics, und seine Ehefrau, eine Bibliothekarin, entdeckt ihre Leidenschaft am Ermorden auffällig gewordener Männer.
Basierend auf Alexey Sainikovs gleichnamigen Roman legt Regisseur Kirill Serebrennikov eine sehr kritische wie auch ins Surreale driftende, schwarz-humorige Studie der heutigen russischen Gesellschaft vor. Die grippale Hölle, der Familie, die auch die Zuschauer*innen in einen Strudel von Schmutz, Rotz, Alkohol und Neonlichtern zieht, darf als bissiger und zorniger Kommentar verstanden werden. Serebrennikov hat wegen seines politisch-künstlerischem Engagement bereits mehrfach Repressionen des russischen Staates erlebt.

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D/F 2022, Regie: Helena Wittmann, 106 Min., engl., franz., portug., tamazight, serbokroatisch OmU

Mi. 1.2. / 20:00Vorpremiere mit Regisseurin Helena Wittmann

Wie in einem Traumzustand lebt Ida mit ihrer Besatzung von fünf Menschen an Bord eines Segelschiffes, mit dem sie das Mittelmeer bereist. Wohin, ist nicht wichtig, Freiheit und der Lauf der Wellen bestimmen die Navigation. In Marseille macht Ida, als sie im Vorort Aubagne ein umzäuntes Quartier passiert, jedoch eine faszinierende Entdeckung. „Wir brauchen Sonnenschein, wir brauchen Raum, um unsere Leichen zu bräunen, wir, die Elenden der Erde, wir, die Verwundeten aller Kriege“ heißt es im Gesang der dort ansässigen französischen Fremdenlegion. Diese Welt ist ihr völlig fremd, und Ida beschließt, die Fährte der Soldaten aufzunehmen. Die lange Seereise führt an der französischen Küste entlang über Korsika in die algerische Stadt Sidi bel Abbès, wo sich bis 1962 das Hauptquartier der Fremdenlegion befand. Während Ida und ihre Crew neugierig dem entgegenschippern, was wohl auf sie warten wird, verschwimmen Raum und Zeit, Realität und Traum immer weiter ins Unkenntliche.

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D 2021, Regie, Kamera: Volker Klotzsch & Oliver Matthes, 98 Min.

Do. 2.2. / 18:00mit Gästen von Schattenriss e.V. und Weißer Ring e.V.

Der letzte Abend vor ihrer geschlechtsangleichenden Operation: Die 50-jährige Caroline wähnt sich endlich auf der Seite des Glücks. Als sich das Klinikum in die Nachtruhe begibt, verabschiedet sie sich von ihrem alten Ich „Ulrich“ und fühlt sich zum ersten Mal in ihrem Leben glücklich. Wochen später liegt ihr Vater im Sterben. Caroline blickt wie paralysiert von der Balkonbrüstung ihres Hochhauses in Leipzig und spricht über den ersten Missbrauch in ihrer Kindheit - an Heiligabend. Sehr bald wird ihr klar, dass sie ohne Verarbeitung ihres Traumas keine Chance hat, eine Zukunft aufzubauen und im neuen Geschlecht anzukommen. Mithilfe eines Therapeuten begibt sich Caroline zurück in ihre Vergangenheit – mit ungewissen Ausgang. (Quelle: 55. Internationale Hofer Filmtage 2021)
In Kooperation mit „Schattenriss e.V.“ und „Weißer Ring e.V.“

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Filme vom 26.1. bis 1.2.

R/F/D/CH 2020, Regie: Kirill Serebrennikov, mit Semyon Serzin, Chulpan Khamatova, 145 Min., OmU

ab Do. 26.1. / 17:30

Während im postsowjetischen Russland die klirrende Winterkälte in jede Ritze dringt, kämpft die dreiköpfige Familie des Klempners Petrov mit einer hartnäckigen Grippe. Ihr Alltag vermischt sich mit wirren Fieberträumen. Die dunklen Tage verlaufen in einem Delirium voller Halluzinationen, in denen Wirklichkeit und Traum mit Kindheitserinnerungen verschmelzen, was einen schon mal verrückt machen kann. Trotz allem geht ihr Leben weiter. Petrov verarbeitet Alltagssituationen in seinen kleinen japanischen Comics, und seine Ehefrau, eine Bibliothekarin, entdeckt ihre Leidenschaft am Ermorden auffällig gewordener Männer.
Basierend auf Alexey Sainikovs gleichnamigen Roman legt Regisseur Kirill Serebrennikov eine sehr kritische wie auch ins Surreale driftende, schwarz-humorige Studie der heutigen russischen Gesellschaft vor. Die grippale Hölle, der Familie, die auch die Zuschauer*innen in einen Strudel von Schmutz, Rotz, Alkohol und Neonlichtern zieht, darf als bissiger und zorniger Kommentar verstanden werden. Serebrennikov hat wegen seines politisch-künstlerischem Engagement bereits mehrfach Repressionen des russischen Staates erlebt.

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D 2022, Regie: Tine Kugler & Günther Kurth, 99 Min.

ab Do. 26.1. / 18:00

Die „Allee der Kosmonauten“ klingt eindrucksvoll. Doch wer wie Pascal, genannt Kalle, in den Plattenbauten dort im Berliner Bezirk Hellersdorf aufwächst, hat von vornherein nicht die besten Karten im Leben. Seine Mutter arbeitet viel, sein Opa trauert der DDR nach und die Oma kämpft gegen ihre Alkoholsucht, doch sie sind eine liebevolle Familie. Der zu Beginn des Filmprojekts Zehnjährige, aufgeweckt und begeisterungsfähig, will kein typisches „Ghetto-Kid“ sein.
Zehn Jahre lang haben Tine Kugler und Günther Kurth Kalle auf seinem Weg zum Erwachsenwerden mit der Kamera begleitet. Vertrauensvoll lässt Kalle sie an den Stationen seines Lebens teilhaben, das ihn vom „Schlüsselkind“ mit alleinerziehender Mutter über Hip-Hop und Mutproben als Teenager bis in die Straffälligkeit führen. Kalle wird wegen schwerer Körperverletzung zu einer Haftstrafe verurteilt und kämpft nach der Entlassung gegen sich selbst und den scheinbar vorgezeichneten Lebensweg eines „Knastis“. Mal voller Hoffnung und Ehrgeiz, mal von Ängsten und Problemen geplagt, erzählt der Film vom Aufwachsen in einer Gesellschaft, in der eben nicht alle die gleichen Chancen haben.

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CH/GEO 2021, Regie: Elene Naveriani, 115 Min., georg. OmU

ab Do. 26.1. / 20:30

Ein Dorf am Schwarzen Meer in Georgien, in dem die Zeit stehen geblieben schient und die Ereignisse der Welt kaum Nachhall finden. Eines Tages wird der alte Eliko in seinem Haus erhängt aufgefunden. Vor allem Amnon, der am Strand die kleine Bar „Wet Sand“ betreibt, wirkt erschüttert. Doch niemand in der Dorfgemeinschaft ist bereit, ihn zu beerdigen, und das nicht nur, weil Suizid in der christlichen Kirche als Todsünde gilt. Auch schon zu Lebzeiten, platzt es aus einem der Patriarchen heraus, sei Eliko ein „Gottloser“ gewesen. Bei anderen fällt die Reaktion noch deutlicher aus: „Schmeißen wir ihn doch auf den Müll oder verfüttern ihn an die Hunde“. Dann reist Elikos Enkelin Moe reist aus Tiflis an, um seine Beerdigung zu organisieren. Und mit ihrer unangepassten Art wirbelt Moe, die zuletzt viele Jahre in der Großstadt gelebt hat, das Dorfleben durcheinander. Im Dorf stößt sie auf ein Netz von Lügen und Geheimnissen. Erst als Amnon sein Schweigen bricht, scheint ein Neuanfang möglich Seine Premiere feierte das melancholische und doch hoffnungsvolle Drama auf dem Locarno Film Festival, wo Gia Agumava als Bester Schauspieler ausgezeichnet wurde.

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D 2021, Drehbuch & Regie: Jens Meurer, 91 Min., OmU, gedreht auf 16mm

ab Fr. 27.1. / 20:30

Am Ende einer Seebrücke im verschlafenen ostenglischen Seebad Cromer wird jeden Sommer eine alte Tradition gefeiert: 15 Meter über dem Meer geht dort die weltweit letzte „End-of-Pier- Varieté Show“ über die Bühne. Das professionelle Seaside Special-Theater entzückt das Publikum im Sommer mehrmals am Tag mit exzentrischen Kleinkünstlern und in bester Samstagabendshow-Manier. Ein Jahr lang beobachtete Filmemacher Jens Meurer das Leben rund um die Show und das wie aus der Zeit gefallene Städtchen voller urbritischer Typen. Es ist die Zeit in 2019 kurz vor dem Brexit-Entscheid und so geht es hier auch um Haltung und Authentizität, Gemeinschaft und Werte sowie um britischen Humor und Spleens.
Jens Meurer: „Die Dokumentation ist eine Liebeserklärung an England trotz oder gerade zu Zeiten des Brexit – ein Land, das mir sehr nahesteht. Kurioserweise habe ich in England mit Boris Johnson und Michael Gove zusammen studiert und war mit ihnen eng befreundet. Meine Reaktion auf den Brexit war, das auszudrücken, was ich als Deutscher an den Briten liebe, nämlich den Humor.“ (film-rezensionen.de)

Jens Meurer wurde 1963 in Nürnberg geboren und wuchs ab seinem 12. Lebensjahr im südafrikanischen Johannesburg auf. Nach dem Studium am Balliol College in Oxford, am Sciences Po in Paris und der New Yorker Columbia University drehte er erste Dokumentarfilme über den Zerfall der Sowjetunion und die Überwindung der Apartheid in Südafrika. Seine bekannteste Dokumentation aus dieser Zeit ist Jeckes – Die entfernten Verwandten (1997, zusammen mit Carsten Hueck), ein Porträt über sieben deutsche Juden, die vor dem Holocaust nach Palästina flohen. Zu seinen wichtigsten Arbeiten als Produzent zählen Russian Ark, Black Book, Ein russischer Sommer oder Carlos – Der Schakal.

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KinderKino

S 2021, Regie: Christian Ryltenius, Animation, 65 Min., ab 5 Jahren

Sa 21.1. / 15:00; So 22.1. / 15:00mit action&fun!  //  Sa 28.1. + So 29.1. / 15:30

Auf ihrem Bauernhof bekommen Mama Muh und ihre beste Freundin, die Krähe Krah, Besuch von einer Störchin. Die erzählt von ihren vielen Abenteuern, da sie als Zugvogel kein richtiges Zuhause hat und schon viel um die Welt gereist ist. Mama Muh ist begeistert von den Geschichten der Störchin. Sie stellt sich vor, auch so viel zu erleben und neue Orte zu entdecken. Krah hingegen ist skeptisch. Ausgerechnet in ihrem Nest versucht die Störchin nun sesshaft zu werden. Außerdem drängt sie sich zwischen ihr und Mama Muh, was Krah überhaupt nicht gefällt. So versucht sie ihre beste Freundin davon zu überzeugen, dass sie all die Abenteuer ebenso auf dem eigenen Hof erleben kann. Die Grundlage bilden die Kinderbücher der Autorin Jujja Wieslander und dem Illustrator Sven Nordqvist, der ebenfalls hinter der berühmten Kinderbuchreihe „Pettersson und Findus“ steckt.

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CS, F, PL 2021, Regie: Denisa Grimmová & Jan Bubeníček, Stop-Motion, 87 Min, ab 9 Jahren

Sa 28.1. + So 29.1. / 15:00  //  Sa 4.2. + So 5.2. / 15:30

Nach einem Unfall treffen sich die kleine Maus Dalli und der Fuchs Weißbauch im Tierhimmel wieder. Eine Verfolgungsjagd zwischen den beiden endete abrupt mit dem hellen Licht von heranrauschenden Scheinwerfern. Auf der Erde waren sie Außenseiter*innen, im Himmel lernen sich die Maus und der Fuchs als ihr natürlicher Feind und Jäger neu kennen. An diesem wundersamen Ort legen sie langsam ihre Vorurteile ab und es bildet sich eine tiefe Freundschaft zwischen ihnen. Und die hilft ihnen, die vielen Herausforderungen während ihrer gemeinsame Reise im Jenseits zu meistern.
Das Stop-Motion Abenteuer erhielt beim SCHLiNGEL-Festival 2021 den Preis für den besten Animationsfilm.

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